DTN Vorbilder - Ali Evyapan

DTN Vorbilder - Ali Evyapan
DTN Vorbilder - Ali Evyapan

Selbstständiger, 1958 in Kahramanmaras/Türkei geboren
"Wer etwas riskiert kann verlieren, wer jedoch nichts riskiert, hat schon verloren."

1958 kam ich in der schönen Stadt Kahramanmaras in der Türkei, als erstes von vier Kindern, auf die Welt. Hier besuchte ich die Grundschule und später auch das Gymnasium. Daraufhin ging ich nach Ankara, um dort an der Universität Gazi Geschichte zu studieren.

Nach meinem Studium kam ich im August des Jahres 1979 nach Ellwangen. Damals war es natürlich viel schwerer, sich als Ausländer in die Gesellschaft zu integrieren.

Des öfteren wurden wir mit Ausländerfeindlichkeit konfrontiert. Was ich nie vergessen werde, ist meine Anreise nach Deutschland. Es fiel mir seinerzeit sehr schwer, meine Heimat zu verlassen und in ein für mich damals ganz fremdes Land einzuwandern. Mein Traum war es, in Deutschland weiter zu studieren.

Diesen Traum konnte ich leider aus finanziellen Gründen nicht erfüllen. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich gleich eine Arbeitserlaubnis bekam. Danach fing ich in einer Fabrik zu arbeiten an. 1980 kam dann mein Sohn Alper auf die Welt und ein Jahr später meine Tochter Ebru. Meinen Traum, weiter zu studieren, wollte ich nicht ganz aufgeben und absolvierte 1985 ein Fernstudium.

1989 kam unser drittes Kind Kübra auf die Welt. Da ich nicht weiter in einer Fabrik als Arbeiter arbeiten wollte, habe ich mich entschieden, selbstständig zu werden. Dies war natürlich ein großes Risiko. Einerseits hatte ich keine Erfahrungen und andererseits wusste ich nicht, ob alles so laufen würde, wie ich mir das vorstellte. Erst im Jahr 2000 wurde ich selbstständig. In Aalen eröffnete ich einen Döner- und Pizzaladen. Hier lief jedoch nichts, wie ich es geplant hatte und es kam soweit, dass ich unseren Laden in Aalen schließen musste.

2003 war das jetzige Torhaus in Ellwangen zu vermieten. Ich konnte mir hier einen Döner- und Pizzaladen gut vorstellen. Meine Frau und ich hatten nun auch mehr Erfahrungen durch unser Geschäft in Aalen. Obwohl sehr viele sagten, dass es nicht gut laufen würde, hatte ich ein gutes Gefühl – ohne Risiko geht schließlich nichts. Anfangs hat die ganze Familie mit angepackt und so kam es dazu, dass wir das Torhaus „Pizza und Döner" eröffneten. Bis heute läuft alles ganz gut. Es ist natürlich sehr anstrengend, sieben Tage die Woche zu arbeiten, aber wenn einem die Arbeit Spaß macht, ist das nur noch halb so schwer. Meinen Studientraum habe ich zwar nicht ganz so wie ich wollte erfüllen können, aber meine Kinder studieren und darauf bin ich sehr stolz.

Ich lege großen Wert auf die Bildung Jugendlicher. Sie sollten sich um eine gute Ausbildung oder ein Studium bemühen, denn so ist es viel leichter, etwas zu erreichen und seine Träume zu verwirklichen.